Leitbild von Fortis e.V.


Fortis e.V. ist aus dem im Jahr 1971 gegründeten Arbeitskreis „Resozialisierung“ hervorgegangen. Wir sind Mitglied im diakonischen Werk Württemberg und orientieren uns am christlichen Menschenbild. Der frühere Name lautete „Sozialer Arbeitskreis im Landkreis Böblingen e.V.“.

Unser seit 2006 bestehender Name ergibt sich aus Leitgedanken, die unsere Arbeit beschreiben:
Für Orientierung, Teilhabe, Integration und Solidarität.

In einem gemeinsamen Prozess haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Vorstand das Leitbild erarbeitet, das auch für die Mitglieder sowie den Verwaltungsrat leitend und bindend ist. Es soll den Menschen und Leistungsträgern, mit denen wir zusammenarbeiten, Orientierung und Sicherheit bieten.

Das Leitbild wurde von der Mitgliederversammlung am 23.11.2010 beschlossen.

 

Unsere Wurzeln

Unser Verein wurde gegründet von sozial, kirchlich und politisch engagierten Bürgerinnen und Bürgern, deren Anspruch es war, in ihrem Umfeld erkennbare Not einzelner Menschen zu lindern und bestehende Lücken bei sozialen Hilfen zu schließen.

Sie haben aus ihrer Erkenntnis und im Zusammenhang mit damaligen Veränderungen in der Gesellschaft und der Evangelischen Kirche mit Visionen, Offenheit, Mut und dem Willen, neue Wege zu gehen, durch ihr bürgerschaftliches Engagement rasche Hilfen geleistet und tragende Strukturen geschaffen.

Mit Hochachtung blicken wir auf diese beeindruckenden Leistungen.

 

Unser Selbstverständnis

Die Einzigartigkeit und die unantastbare Würde eines jeden Menschen und sein Recht auf ein selbstbestimmtes, selbstständiges und eigenverantwortliches Leben in der Gesellschaft sind die Basis unserer Arbeit.

Wir beraten, unterstützen und begleiten Menschen mit dem Ziel, ihre Handlungsmöglichkeiten in größtmöglicher Selbstbestimmung zu erweitern.

Wir setzen uns für bessere gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen ein, die es Menschen erleichtern, ihre Chancen zu nutzen und Ziele zu erreichen. Wir denken über Grenzen hinweg und suchen nach individuellen Lösungen.

Wir wollen gemeinsam und gleichberechtigt die persönlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der Menschen mit den konzeptionellen Grundlagen, dem Fachwissen und der beruflichen Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einklang bringen.

Unsere Zusammenarbeit beruht auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit und soll so kurz wie möglich und so  lang wie notwendig sein.

 

Unsere Leistungen

Unsere Leistungen erhalten Menschen, die in ihrer aktuellen Lebenssituation einen besonderen Hilfebedarf haben, beispielsweise aufgrund ihrer

  • psychischen Erkrankung
  • Abhängigkeitserkrankung
  • Wohnungslosigkeit
  • Straffälligkeit

Bei der gemeinsamen Hilfeplanung und Hilfegestaltung stehen die Biografie, die Stärkung der persönlichen und sozialen Ressourcen und die Ermutigung der Menschen zum Ausbau ihrer Möglichkeiten im Vordergrund.
Wir bieten Raum zur persönlichen Entwicklung.

Wir behalten Leistungen vorrangiger Sozialleistungsträger und mögliche Unterstützung im persönlichen Lebensfeld im Blick.

Damit wir flexibel auf die Lebenssituation und den persönlichen Hilfebedarf eingehen können, arbeiten wir eng mit anderen Einrichtungen und Diensten zusammen. Wir legen Wert darauf, professionelle Hilfen, Selbsthilfeangebote und das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern miteinander zu verbinden.

Die Arbeit mit unseren Klientinnen und Klienten findet in der Gemeinde statt. Wir wollen vor Ort im Gemeinwesen wirken, Begegnungsmöglichkeiten schaffen und den Austausch und das gegenseitige Verständnis fördern.

Die beständige Überprüfung und Weiterentwicklung der Qualität unserer Leistungen ist für uns von hoher Bedeutung.

 

Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wir leisten – eingebunden in Teams – unsere Arbeit eigenverantwortlich, anerkennen die vereinbarten beruflichen Standards, die Konzeptionen sowie die bestehenden Regelungen und nutzen dabei auch einen persönlichen Freiraum.

Wir bringen eigene Ideen ein, initiieren und engagieren uns für neue Projekte und arbeiten über alle Ebenen hinweg vertrauensvoll zusammen. An der konzeptionellen Entwicklung und an bereichsübergreifenden Entscheidungsprozessen sind wir beteiligt.

Unsere Aufgaben, Strukturen und Kompetenzen sind klar beschrieben und so weit wie möglich dezentral organisiert.

Unsere Führungskräfte unterstützen unsere Arbeit, sind mit uns im Dialog und nehmen ihre Verantwortung auch durch Beratung, Kritik und Entscheidungen wahr.

Das Wissen um fachliche und eigene Grenzen sowie unser Anspruch auf beständige Entwicklung sind Teil unserer Profession. Unsere Dienstleistungen bieten wir reflektiert, konstruktiv und dialogorientiert an.

Um diese Ansprüche zu unterstützen, nutzen wir Fortbildung und Supervision. Ein weiteres Instrument sind regelmäßige strukturierte Mitarbeitergespräche mit vereinbartem Inhalt.

Mit Kritik und Konflikten gehen wir sachlich und ehrlich um und nutzen diese als Chance zur fachlichen, persönlichen und strukturellen Weiterentwicklung.

 

Unsere Organisation

Hohe Qualität unserer Leistungen, gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nachhaltige Wirtschaftlichkeit bestimmen unser Denken und Handeln.

Mit Leistungsträgern, insbesondere dem Landkreis Böblingen, verbinden uns der fachliche Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
An fachlichen Verbundstrukturen beteiligen wir uns mit dem vorrangigen Ziel, Leistungsangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Wir kooperieren mit anderen Leistungserbringern sowie mit Städten, Gemeinden und Kirchengemeinden.

Um den Anforderungen unserer Arbeit gerecht zu werden, wissen wir, dass die beständige Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen ebenso erforderlich ist wie die Lern- und Wandlungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unserer Bereiche und unserer gesamten Organisation.

Die Informations- und Beratungskonferenz (IBK) sichert die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die überwiegende Zahl der Mitglieder der IBK wird von den Teams beziehungsweise der Mitarbeitervertretung gewählt.

In unserem Verbraucherverhalten legen wir neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten beispielsweise Wert auf Umweltverträglichkeit, regionale Produkte und fairen Handel.

 

Ausblick in die Zukunft

Die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen, die von Behinderung betroffen sind, wird für uns eine wichtige Aufgabe sein.

Auch dabei werden wir, dem Geist unserer Gründerinnen und Gründer folgend, im engen Austausch mit den hilfebedürftigen Menschen, mit eigenen Initiativen sowie von außen kommenden Anregungen und Unterstützungen unsere Arbeit fortführen und uns einsetzen für die Teilhabe unserer Klientinnen und Klienten am Leben in der Gesellschaft und für Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität.